Der Jahreslauf einer Honigbiene

Im Bienenjahr gibt es verschieden Abschnitte:

Vorbereitung – Ruhephase:

Von August bis Januar

Im August schlüpfen die Winterbienen und die Altbienen sterben nach und nach. Das Volk fliegt weniger und hält sich immer mehr im Stock auf. Sie halten den Stock warm und sobald die Nächte länger und kälter werden bilden die Bienen eine Traube. Das bedeutet, die Bienen fliegen ab einer Temperatur von 12 Grad Celsius nicht mehr raus, die sogenannte Winterruhe tritt ein. Auch wenn es draußen sehr kalt ist, ist es im Inneren der Traube nicht kälter als 20 Grad Celsius.

Wird es wieder wärmer, fliegen die Bienen aus und entsorgen ihre Exkremente, die sich während der gesamten Winterruhe in der Kotblase angesammelt haben!!!

Arbeitsbienenvermehrung:

Februar bis Juni

Im Februar beginnt die Königin schon mit der Eiablage. Man sieht schon früh im Jahr Bienen fliegen, die Wasser holen, denn dieses wird dringend zu Eiablage benötigt. Ab März herrscht reges Treiben vor dem Bienenstock, da jetzt viele Frühlingsblumen, Sträucher und Bäume zu blühen beginnen und es an sonnigen Tagen schon sehr viel Pollen gibt. Im Bienenvolk findet wieder ein Generationenwechsel statt, denn die Winterbiene wird durch die Sommerbiene ersetzt. Jedes Entwicklungsstadium eines Bienenvolkes ist nun im Stock vertreten: Eier, Larven und Puppen. Es wird viel Nahrung benötigt, denn das Bienenvolk wächst weiter. Wird es zu eng, schwärmt ein Teil des Volkes mit der alten Königin und sucht sich eine neue Behausung, während die andere Hälfte des Volkes mit einer neuen Königin fleißig weiter arbeitet.

Drohnenschlacht & Hochzeitsflug:

Juni / Juli

Der Hochzeitsflug der Königin und der Drohnen (männliche Bienen) findet statt. Dabei begatten die Drohen die Königinnen im Flug und sterben gleich danach.

Ende Juli beginnt die Drohnenschlacht. Die jetzt überflüssigen Drohen werden von den Arbeiterinnen aus dem Stock geworfen. Ab jetzt teilt sich aufgrund des knapper werdenden Nahrungsangebotes in der Natur ein Volk nicht mehr.

WO und WIE wohnen Bienen?

Unsere Bienen wohnen in sogenannten „Beuten“ aus Holz. Diese besteht aus mehreren übereinander gestellten Kästen, den sogenannten „Zargen“.

Es ist ein Baukastensystem, welches man bei Bedarf vergrößern oder verkleinern kann, da im Winter nur ca. 5.000 bis 10.000 Bienen, im Sommer aber schon mal bis zu 50.000 Bienen in einer Beute wohnen können!

Von unten nach oben betrachtet, hat jede Beute einen Boden mir Einflugloch und einen Anflugbrett. Darüber befindet sich eine Zarge, der Brutraum, in dem die Königin ihre Eier ablegt. Auf diesen Brutraum legt der Imker im Sommer ein Absperrgitter, damit die Königin unten im Brutraum bleibt und nicht in die Zargen darüber, die sogenannten Honigräume, ihre Eier ablegt die sonst später im Honig wären. Oben schließt ein Deckel das Ganze ab.

In den Zargen hängen, je nach System, bis zu zehn Rähmchen mit Wachsplatten, den Mittelwänden, auf denen die Bienen sich bewegen, diese dreidimensional ausbauen, die Königin die Eier ablegt oder Honig und Pollen eingelagert wird.

Die Honigzargen entfernt der Imker nach der Honigernte wieder und engt das kleiner werdende Volk ein.

Was ist eigentlich PROPOLIS?

Propolis ist das Kittharz eines Bienenvolkes. Die Bienen sammeln dieses Harz von Pflanzen und bringen es zum Stock. Dort verwenden sie es zum Schließen von Lücken und Öffnungen an der Beute und um den Einflugbereich hinter den Einflugloch zu desinfizieren. Dafür „kleistern“ sie den Bereich großflächig mit Propolis aus und jede Biene die von draußen reinkommt, läuft über diese Propolisfläche und die Beine werden desinfiziert. Das beugt Krankheiten im Volk vor.

In vielen Rezepten und der Literatur wird es als antiseptisch dargestellt. Die Bezeichnung heilend oder Arznei ist jedoch verboten!

„Die Bienen bringen den Geschmack direkt von den Blüten in den Honig“

Anonymous • Quote of the Day